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20 Jahre später wieder vereint: Deutschland trifft Afghanistan auf dem Kleinfeld

  • vor 6 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Letzter WM-Test am DFB-Campus steht im Zeichen von Solidarität, Begegnung und einer außergewöhnlichen Freundschaft.


Am 15. August bestreitet die deutsche Kleinfeld-Nationalmannschaft am DFB-Campus in Frankfurt ihren letzten Test vor der Heim-Weltmeisterschaft in Essen. Gegner ist eine afghanische Auswahl, die sich aus Afghanen und Deutsch-Afghanen aus ganz Deutschland zusammensetzt.


Die Deutsche Mannschaft beim Training im DFB-Campus. Foto: Julian Meusel
Die Deutsche Mannschaft beim Training im DFB-Campus. Foto: Julian Meusel

Sportlich ist die Partie die Generalprobe vor dem SOCCA World Cup. Gleichzeitig steht sie für weit mehr als das Ergebnis auf dem Platz. Das Spiel soll ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen aus Afghanistan setzen und zeigen, welche verbindende Kraft der Fußball entfalten kann.


Die Geschichte hinter dieser Begegnung begann bereits vor 20 Jahren. Im Jahr 2006 spielte Initiator Harez Habib in der von Christoph Köchy gegründeten Uniliga Göttingen. Habib gewann den Wettbewerb und wurde wenig später für die afghanische Nationalmannschaft nominiert. Während er in Göttingen studierte, absolvierte er gleichzeitig Spiele in der FIFA-WM-Qualifikation für Afghanistan – eine außergewöhnliche Geschichte, über die Christoph Köchy damals als Sportjournalist berichtete.


Heute, zwei Jahrzehnte später, treffen sich beide in völlig neuen Rollen wieder. Aus dem Studenten und Nationalspieler ist der Initiator einer afghanischen Auswahl geworden, aus dem Gründer der Uniliga der Präsident des Deutschen Kleinfeldfußballverbands.


Auch Deutschlands Bundestrainer Kim Sippel verbindet eine gemeinsame Vergangenheit mit Harez Habib und seinem Co-Trainer Yusuf Barak. Alle 3 kennen sich aus ihrer Zeit nordhessischen Fußball-Heimat in Kassel und standen sich bereits damals auf und neben dem Platz gegenüber. Nun treffen sie sich am DFB-Campus erstmals als sportlich Verantwortliche wieder.


Für den Deutschen Kleinfeldfußballverband ist diese Begegnung deshalb weit mehr als ein Testspiel.


Christoph Köchy, Präsident des Deutschen Kleinfeldfußballverbands:

„Es ist beeindruckend, welche Geschichten der Fußball schreibt. Vor 20 Jahren haben Harez und ich uns in der Uniliga Göttingen kennengelernt. Damals hätte niemand gedacht, dass wir uns zwei Jahrzehnte später bei einem Länderspiel am DFB-Campus wiedersehen. Natürlich ist dieses Spiel für uns ein wichtiger Test auf dem Weg zur Heim-Weltmeisterschaft. Gleichzeitig erinnert es daran, dass Fußball Menschen verbindet – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Kultur. Gerade mit Blick auf Afghanistan möchten wir ein Zeichen für Frieden, Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt setzen.“


Christoph Köchy bei seiner Ansprache vor der Mannschaft. Foto: Julian Meusel
Christoph Köchy bei seiner Ansprache vor der Mannschaft. Foto: Julian Meusel

Mit der Begegnung möchte der Deutsche Kleinfeldfußballverband auch auf die Situation vieler Afghaninnen und Afghanen aufmerksam machen, die ihre Heimat verlassen mussten oder bis heute unter den Folgen von Krieg, Unsicherheit und Vertreibung leiden. Sport kann diese Probleme nicht lösen, aber er kann Begegnungen schaffen, Brücken bauen und Menschen miteinander verbinden.


So wird die Partie am 15. August nicht nur zur letzten sportlichen Standortbestimmung vor der Heim-Weltmeisterschaft in Essen, sondern auch zu einem Symbol für Respekt, Menschlichkeit und die verbindende Kraft des Fußballs.


Kim Sippel, Bundestrainer Deutschland:

Ich kenne Harez und Yusuf seit vielen Jahren. Wir haben gemeinsam Fußball gespielt und ich habe sie schon damals als außergewöhnliche Menschen kennengelernt. Sie waren auf und neben dem Platz echte Vorbilder und sind es bis heute geblieben. Dass wir uns nun in dieser Konstellation am DFB-Campus wieder begegnen, zeigt, welche Wege der Fußball eröffnen kann. Fußball verbindet Menschen, baut Brücken zwischen Kulturen und ist eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Deshalb ist dieses Spiel für mich weit mehr als die letzte Generalprobe vor der Weltmeisterschaft. Es ist ein Zeichen dafür, dass Respekt, Freundschaft und Zusammenhalt keine Grenzen kennen.


Kim Sippel, Trainer der Deutschen Nationalmannschaft. Foto: Julian Meusel
Kim Sippel, Trainer der Deutschen Nationalmannschaft. Foto: Julian Meusel

Harez Habib, Initiator der afghanischen Auswahl:

„Ich bin überwältigt und stolz, dass sich Christoph und Kim bei mir gemeldet haben und den Wunsch geäußert haben, als Testpielgegner mit einer „inoffiziellen Afgahnischen Socca Nationalmannschaft“ im letzten Testspiel gegen Deutschland zu spielen. Mich erfüllt die Aufgabe als Trainer gemeinsam mit meinem Freund und Co Trainer Yusuf Barak mit enormen Stolz und wir freuen uns auf dieses Spiel und auch den integrativen und gesellschaftlichen Wert für die hier lebenden Afghanen.


oben rechts: Harez Habib, am 26. Oktober 2007 gab er für Afghanistan sein Länderspiel- Debüt im WM- Qualifikationsspiel gegen Syrien.
oben rechts: Harez Habib, am 26. Oktober 2007 gab er für Afghanistan sein Länderspiel- Debüt im WM- Qualifikationsspiel gegen Syrien.

 
 
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